Das Portal Vespa velutina ist Deutschlands Bürgerportal zur Asiatischen Hornisse. Wir informieren über die invasive Art, unterstützen bei ihrer sicheren Erkennung und bringen Menschen, die ein Nest entdeckt haben, schnell mit einer geeigneten Fachperson in ihrer Region zusammen.
Unser Ziel ist eine einfache, verlässliche Meldekette:
Nest entdecken. Fund melden. Fachkundige Hilfe erhalten.

Gartenbesitzer, Hausverwaltungen, Unternehmen, Kommunen und andere Betroffene können ihre Beobachtung über unser digitales Meldeformular übermitteln. Das Portal erfasst alle notwendigen Angaben, ordnet die Meldung regional zu und leitet sie an einen engagierten Imker, einen qualifizierten Wespen- und Hornissenberater oder einen zertifizierten Schädlingsbekämpfer weiter.
So müssen Betroffene nicht selbst nach einem geeigneten Ansprechpartner suchen oder zahlreiche Stellen einzeln kontaktieren. Sie erhalten schnell Kontakt zu einer Fachperson, die den Fund einschätzen und das weitere Vorgehen abstimmen kann.
Warum es dieses Portal gibt
Die Asiatische Hornisse, wissenschaftlich Vespa velutina nigrithorax, breitet sich seit ihrem erstmaligen Nachweis in Europa im Jahr 2004 zunehmend aus. Inzwischen wurde sie auch in zahlreichen deutschen Regionen nachgewiesen.
Es ist davon auszugehen, dass die Art dauerhaft Teil unserer Umwelt bleiben wird. Erfahrungen aus Frankreich, Spanien, Portugal und Italien zeigen, dass eine vollständige Verhinderung ihrer Ausbreitung kaum realistisch ist. Umso wichtiger sind eine frühzeitige Erkennung, strukturierte Meldungen und ein fachgerechter Umgang mit aufgefundenen Nestern.
Das Portal Vespa velutina möchte hierzu einen praktischen Beitrag leisten. Wir verbinden verständliche Informationen mit einem digitalen Meldesystem und einem wachsenden Netzwerk qualifizierter Ansprechpartner.
Von der Nestmeldung zum richtigen Ansprechpartner
Wer ein vermeintliches Nest der Asiatischen Hornisse entdeckt, steht zunächst vor mehreren Fragen:
- Handelt es sich tatsächlich um Vespa velutina?
- Besteht eine unmittelbare Gefährdung?
- Wer ist für den Fund zuständig?
- Darf oder muss das Nest entfernt werden?
- Welche Fachperson ist in der betreffenden Region verfügbar?
Genau an diesem Punkt setzt unser Velutina Assist an. Der digitale Assistent führt Schritt für Schritt durch die Nestmeldung und erfasst unter anderem:
- die Fundstelle und den Standort des Nestes,
- die Situation, in der das Nest entdeckt wurde,
- mögliche Gefahren für Menschen oder Tiere,
- Fotos zur ersten Beurteilung,
- Erreichbarkeit und bevorzugten Kontaktweg,
- Hinweise zum Zugang und zur Höhe des Nestes.
Anhand dieser Angaben wird die Meldung fachlich vorbereitet und regional zugeordnet. Ein geeigneter Netzwerkpartner erhält die Informationen und kann direkt mit dem Melder Kontakt aufnehmen.
Je nach Region und Situation kann die Betreuung durch einen erfahrenen Imker, einen qualifizierten Wespen- und Hornissenberater oder einen zertifizierten Schädlingsbekämpfer erfolgen. Falls eine Behörde zuständig ist, kann die Meldung an die entsprechende Stelle weitergeleitet werden.
Persönliche Hilfe statt anonymer Weiterleitung

Das Portal ist nicht nur eine Sammlung von Telefonnummern und Internetadressen. Hinter jeder Meldung steht ein konkreter Fall – und häufig ein Mensch, der unsicher ist oder sich Sorgen macht.
Deshalb legen wir Wert auf eine nachvollziehbare und persönliche Begleitung. Der Netzwerkpartner erhält die für eine erste Einschätzung erforderlichen Angaben und kann mit dem Melder das weitere Vorgehen abstimmen.
Dazu können beispielsweise gehören:
- eine erste Einschätzung anhand der übermittelten Fotos,
- telefonische Beratung oder Kontakt über einen Messenger,
- die Kontrolle der Fundstelle,
- die Bestimmung der Hornissenart,
- die Suche nach dem eigentlichen Nest,
- die fachgerechte Behandlung oder Entfernung,
- die Dokumentation des Ergebnisses,
- die Weiterleitung an eine zuständige Behörde.
Die Meldung bleibt dabei als Vorgang im Portal erfasst. Der zuständige Netzwerkpartner kann den Fall annehmen und nach erfolgreicher Bearbeitung als erledigt kennzeichnen. Auch der Melder kann mitteilen, wenn das Problem bereits gelöst wurde. Dadurch entsteht eine nachvollziehbare Bearbeitungskette, ohne dass jeder Fall telefonisch nachverfolgt werden muss.
Aufwändige Suche und fachgerechte Bearbeitung
Die Nester der Asiatischen Hornisse sind nicht immer leicht zu finden. Früh im Jahr befinden sie sich häufig an geschützten Stellen in Bodennähe oder an Gebäuden. Später können große Sekundärnester hoch in Bäumen, in dichtem Bewuchs oder an schwer zugänglichen Bauwerken entstehen.
Die Suche kann viel Erfahrung und Zeit erfordern. Je nach Situation kommen Sichtbeobachtungen, Flugrichtungsbestimmungen, Locktöpfe, Wärmebildtechnik, Drohnen oder Telemetrie zum Einsatz.
Auch die Bearbeitung eines gefundenen Nestes gehört in fachkundige Hände. Nestgröße, Standort, Zugänglichkeit und Gefährdungslage müssen berücksichtigt werden. Eigenmächtige Bekämpfungsversuche können Menschen und Tiere gefährden und dazu führen, dass Hornissen in großer Zahl zur Verteidigung des Nestes ausfliegen.
Keine Gefahr für unsere heimischen Hornissen
Die Asiatische Hornisse darf nicht mit der heimischen Europäischen Hornisse Vespa crabro verwechselt werden. Unsere heimische Hornisse ist ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems und steht in Deutschland unter besonderem Schutz.
Imker sowie Wespen- und Hornissenberater haben viele Jahre daran gearbeitet, Vorurteile gegenüber der Europäischen Hornisse abzubauen. Diese Aufklärungsarbeit darf durch die Ausbreitung von Vespa velutina nicht zunichtegemacht werden.
Deshalb ist eine sichere Artbestimmung besonders wichtig. Nicht jedes große Insekt und nicht jedes frei hängende Nest gehört zur Asiatischen Hornisse. Unüberlegte Bekämpfungsmaßnahmen können geschützte heimische Arten treffen.
Das Portal hilft dabei, Beobachtungen zunächst einzuordnen und an fachkundige Ansprechpartner weiterzugeben.
Auswirkungen auf Bestäuber und Imkerei
Die Asiatische Hornisse benötigt für die Aufzucht ihrer Brut tierisches Eiweiß. Sie erbeutet deshalb zahlreiche Insekten. Dazu gehören Honigbienen, Fliegen, Wespen und andere Bestäuber.
Insbesondere vor Bienenständen kann ein hoher Jagddruck entstehen. Die Hornissen warten dort im Schwebeflug auf heimkehrende Bienen und fangen sie vor den Fluglöchern ab. Für bereits geschwächte Bienenvölker kann dies zu einer erheblichen zusätzlichen Belastung werden.
Das Portal richtet sich daher auch an Imkerinnen und Imker. Sichtungen an Bienenständen liefern wichtige Hinweise auf Nester in der Umgebung und können die gezielte Suche unterstützen.
Herausforderungen für Obst- und Weinbau

Erwachsene Asiatische Hornissen benötigen zuckerhaltige Nahrung. Sie nehmen Pflanzensäfte sowie den Saft reifer oder beschädigter Früchte auf. In Regionen mit hohen Populationsdichten können dadurch zusätzliche Belastungen für Obstbaubetriebe, Weinbau und Direktvermarkter entstehen.
Zugleich können zahlreiche Hornissen an reifen Früchten ein Risiko für Menschen darstellen, die dort arbeiten oder ernten. Auch hier sind Beobachtung, Dokumentation und ein fachlich abgestimmtes Vorgehen sinnvoller als ungezielte Bekämpfungsversuche.
Risiken für Gartenbau, Forstwirtschaft und öffentliche Einrichtungen
Menschen in grünen Berufen können bei ihrer Arbeit unerwartet auf ein Nest treffen. Besonders beim Heckenschnitt, bei Baumarbeiten, in dichtem Bewuchs oder an Gebäuden besteht die Gefahr, ein bislang unbemerktes Nest zu erschüttern oder zu beschädigen.
In unmittelbarer Nestnähe verteidigen Asiatische Hornissen ihr Volk. Je nach Größe des Nestes können zahlreiche Tiere ausfliegen. Wer ohne geeignete Schutzausrüstung arbeitet, setzt sich dabei einem erheblichen Stichrisiko aus.
Auch Feuerwehren, Rettungsdienste, Schulen, Kindertagesstätten, Kommunen und Betreiber öffentlicher Anlagen können mit solchen Situationen konfrontiert werden. Befinden sich Personen in der Nähe eines gestörten Nestes, ist ein besonnenes und koordiniertes Vorgehen erforderlich.
Bei Stichen mit Atemnot, Kreislaufproblemen, starken Schwellungen oder anderen Anzeichen einer allergischen Reaktion muss unverzüglich der Rettungsdienst unter 112 verständigt werden.
Auch Gartenbesitzer brauchen einen verlässlichen Meldeweg
Für private Garten- und Hausbesitzer ist oft nicht erkennbar, an wen sie sich wenden sollen. Das vermeintliche Nest kann sich in einer Hecke, unter einem Dachvorsprung, in einem Schuppen, an einem Baum oder in einem anderen schwer zugänglichen Bereich befinden.
Die eigene Suche nach einer geeigneten Fachperson kostet Zeit. Gleichzeitig ist nicht jeder Schädlingsbekämpfer auf Hornissen spezialisiert, nicht jeder Imker für Nestentfernungen ausgerüstet und nicht jede Behörde für die praktische Bearbeitung vor Ort zuständig.
Das Portal Vespa velutina bündelt diesen Weg:
- Der Gartenbesitzer meldet das Nest über das Portal.
- Fotos und Angaben ermöglichen eine erste Einschätzung.
- Das System ermittelt die Region und einen geeigneten Ansprechpartner.
- Der Netzwerkpartner erhält die vorbereitete Meldung.
- Melder und Fachperson stimmen das weitere Vorgehen direkt miteinander ab.
- Nach der Bearbeitung wird der Fall dokumentiert und abgeschlossen.
Damit entsteht aus einer unsicheren Beobachtung ein geordneter, nachvollziehbarer Vorgang.
Bitte keine gefährlichen Selbstversuche
Ein Hornissennest sollte weder geöffnet noch erschüttert, besprüht, angezündet oder auf andere Weise eigenmächtig behandelt werden. Auch das Verschließen eines Nesteingangs kann gefährlich sein und dazu führen, dass sich die Tiere einen anderen Ausgang suchen – unter Umständen in ein Gebäude hinein.
Halten Sie Abstand, warnen Sie andere Personen und vermeiden Sie Erschütterungen in der Umgebung. Gute Fotos aus sicherer Entfernung helfen bei der ersten Einschätzung. Begeben Sie sich dafür jedoch nicht in Gefahr und steigen Sie nicht ungesichert auf Leitern oder Dächer.
Überlassen Sie die Beurteilung und Bearbeitung Menschen, die über die erforderliche Erfahrung, Qualifikation und Schutzausrüstung verfügen.
Wissen, melden und gemeinsam handeln
Das Portal Vespa velutina stellt Informationen zur Erkennung, Biologie und Ausbreitung der Asiatischen Hornisse bereit. Darüber hinaus veröffentlichen wir Erfahrungsberichte, aktuelle Beobachtungen sowie Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis.
Der entscheidende Schwerpunkt liegt jedoch auf der Verbindung von Information und konkreter Hilfe. Eine Meldung soll nicht in einem anonymen Postfach enden. Sie soll geprüft, regional zugeordnet und von einem geeigneten Ansprechpartner bearbeitet werden können.
Dafür bauen wir ein bundesweites Netzwerk aus engagierten Imkern, qualifizierten Wespen- und Hornissenberatern, zertifizierten Schädlingsbekämpfern und weiteren fachkundigen Stellen auf.
Unser Anspruch lautet:
Orientierung für den Melder. Verwertbare Informationen für den Fachpartner. Eine nachvollziehbare Bearbeitung für alle Beteiligten.
Wer ein mögliches Nest der Asiatischen Hornisse entdeckt, kann es über das Portal melden und erhält schnell Kontakt zu einer geeigneten Fachperson in seiner Region.
Entdeckt. Gemeldet. Fachkundig begleitet.