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Die Asiatische Hornisse in Sachsen-Anhalt

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) wurde 2025 erstmals in Sachsen-Anhalt bestätigt. Anwohnerinnen und Anwohner beobachteten Tiere in Colbitz im Landkreis Börde. Das Landesamt für Umweltschutz bittet darum, weitere Sichtungen lebender oder toter Tiere sowie mögliche Nester über das Tierartenmeldeportal zu melden; ein Foto oder Video ist zwingend erforderlich. Nester der Asiatischen Hornisse dürfen keinesfalls selbst entfernt werden. Das Portal Vespa Velutina unterstützt die strukturierte Erfassung und verweist auf regionale Netzwerkpartner. Bei Nestern ist zusätzlich das kommunale Ordnungsamt zu informieren.

Das Land Sachsen-Anhalt grenzt im Norden und Westen an Niedersachsen, im Nordosten und Osten an Brandenburg sowie im Süden und Südosten an Sachsen und Thüringen.

Nestmeldung in Sachsen-Anhalt

Nest oder Asiatische Hornisse entdeckt?

Halten Sie Abstand und dokumentieren Sie Tier oder Nest nur aus sicherer Entfernung. Übermitteln Sie Fundort, Datum, Foto oder Video und Kontaktdaten über die zentrale Nestmeldung.

Für diese Region ist derzeit noch kein Netzwerkpartner eingetragen.

Eine Nestmeldung kann trotzdem zentral eingereicht und geprüft werden.

Sachsen-Anhalt und die Asiatische Hornisse im Überblick

Gewässer, Täler und mögliche Ausbreitungsräume

Elbe, Saale, Unstrut, Mulde, Havel, Bode und Schwarze Elster verbinden Städte, Auen, Gärten, Streuobstbestände und überregionale Verkehrswege. Siedlungsränder, Flussniederungen und Verkehrsachsen sind sinnvolle Räume für aufmerksame Früherkennung. Aus landschaftlichen Merkmalen allein lässt sich jedoch kein Vorkommen ableiten; maßgeblich sind fachlich bestätigte Meldedaten.

Landwirtschaft, Obst- und Weinbau

Im Jahr 2023 gab es in Sachsen-Anhalt rund 4.150 landwirtschaftliche Betriebe mit insgesamt etwa 1.152.100 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche. Ackerbau prägt große Teile des Landes; hinzu kommen Obstbau und der Weinbau an Saale und Unstrut. Reifes Obst, Blütenangebote und ein hohes Insektenaufkommen können Hornissen anziehen, sind aber kein Nachweis für ein Nest. Beobachtungen sollten dokumentiert und fachlich geprüft werden.

Imkerei und Bienenvölker

Imkerinnen und Imker sind wichtige Partner der Früherkennung, weil jagende Tiere wiederholt vor Bienenstöcken auffallen können. Genau so wurden die ersten Exemplare in Colbitz entdeckt. Beobachtungen sollten mit Foto oder Video, Datum und genauem Standort dokumentiert werden. Wiederkehrende Flugrichtungen können bei einer fachlich koordinierten Nestsuche helfen; unspezifische Fallen schädigen dagegen zahlreiche heimische Insekten.

Besondere Aufmerksamkeit bei Arbeiten im Freien
  • Schuppen, Gartenhütten, Hecken, Baumkronen, Fassaden und Dachbereiche vor Pflege-, Bau- oder Wartungsarbeiten aufmerksam kontrollieren.
  • Bei regelmäßigem Flugverkehr, Nestverdacht oder Abwehrverhalten Arbeit unterbrechen und Abstand halten.
  • Fundort, Funddatum und Situation aus sicherer Entfernung fotografisch dokumentieren.
  • Kinder, Unbeteiligte und Haustiere aus dem möglichen Gefahrenbereich fernhalten.
  • Keine Einflugöffnungen verschließen und keine Sprays, Feuer, Wasser oder unspezifischen Fallen einsetzen.

 

Zuständige Stellen und fachliches Netzwerk
Akteur Aufgabe / Hinweis für die Seite
Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt Landespolitischer und rechtlicher Rahmen für Naturschutz, invasive Arten und Umweltverwaltung.
Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt – Abteilung Naturschutz Landesfachbehörde; Artinformation, Prüfung und Dokumentation der Nachweise sowie fachliche Koordination.
Tierartenmeldeportal Sachsen-Anhalt Zentraler digitaler Meldeweg für Tiere und Nester; Foto oder Video ist zur Überprüfung zwingend erforderlich.
Kommunale Ordnungsämter Vom LAU für mögliche Nester ausdrücklich als zusätzlich zu informierende örtliche Stelle genannt.
Untere Naturschutzbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte Örtliche naturschutzrechtliche Einordnung und Abstimmung im konkreten Fall.
Sachkundige Nestentfernende / Schädlingsbekämpfende Maßnahmen nur nach bestätigter Artbestimmung und geklärtem Auftrag; Preis, Haftung und Zuständigkeit vorab abstimmen.
Portal Vespa Velutina Strukturierte Meldung, Dokumentation und Zuordnung zu geeigneten regionalen Netzwerkpartnern.

Wie unterscheide ich die Asiatische von der Europäischen Hornisse?

Die Asiatische Hornisse ist vor allem an ihrem schwarzen Körper, der breiten orangefarbenen Hinterleibsbinde und den gelben Beinenden zu erkennen. Die Europäische Hornisse besitzt dagegen einen deutlich gelber gefärbten Hinterleib mit schwarzer Zeichnung.
Vergleich Europäische Hornisse (links) und Asiatische Hornisse (rechts) – Grafik: NABU Berlin

Die Asiatische Hornisse ist vor allem an ihrem schwarzen Körper, der breiten orangefarbenen Hinterleibsbinde und den gelben Beinenden zu erkennen. Die Europäische Hornisse besitzt dagegen einen deutlich gelber gefärbten Hinterleib mit schwarzer Zeichnung.

Häufige Fragen zur Asiatischen Hornisse in Sachsen-Anhalt

Wo melde ich eine Asiatische Hornisse in Sachsen-Anhalt?

Nutzen Sie die zentrale Nestmeldung des Portals und übermitteln Sie den Fund außerdem über lau.sachsen-anhalt.de/artenmeldung. Ein Foto oder Video ist zwingend erforderlich.

Wer bearbeitet die Landesmeldung?

Das Tierartenmeldeportal übermittelt die Angaben an das Landesamt für Umweltschutz. Das LAU dokumentiert die Ausbreitung und stimmt gezielte Maßnahmen mit den örtlichen Behörden ab.

Ist die Art in Sachsen-Anhalt bereits nachgewiesen?

Ja. Das LAU bestätigte am 15. September 2025 erstmals Tiere in Colbitz im Landkreis Börde.

Wurde beim Erstnachweis auch ein Nest gefunden?

Die amtliche Mitteilung zum Erstnachweis benennt beobachtete Exemplare, macht aber keine belastbare Angabe zu einem zugehörigen Nest.

Wie verhalte ich mich an einem möglichen Nest?

Halten Sie Abstand, vermeiden Sie Erschütterungen und entfernen Sie das Nest keinesfalls selbst. Dokumentieren Sie es nur aus sicherer Entfernung und informieren Sie das kommunale Ordnungsamt.

Wird jedes bestätigte Nest entfernt?

Nein, eine automatische Zusage lässt sich aus den Landesinformationen nicht ableiten. Situation, Zuständigkeit und geeignete Managementmaßnahme werden im Einzelfall bewertet.

Wer trägt die Kosten einer Nestentfernung?

Eine pauschale Kostenregel wird in den allgemeinen Landesinformationen nicht genannt. Auftrag, Zuständigkeit und Finanzierung müssen vor einer Maßnahme geklärt werden.