Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist in Brandenburg nach aktuellem Stand des Landesamtes für Umwelt noch nicht im Freiland nachgewiesen. Ein bestätigtes Nest bei Hitzacker in Niedersachsen lag im Mai 2025 jedoch nur rund 15 Kilometer von der Landesgrenze entfernt. Brandenburg setzt deshalb auf Früherkennung und die schnelle Beseitigung bestätigter Nester. Mögliche Sichtungen sollten mit Foto, Datum, Uhrzeit und genauem Fundort gemeldet werden. Dieses Portal unterstützt die strukturierte Erfassung und verweist auf regionale Netzwerkpartner. Für Gefahrenabwehr, Grundstückszugang und Kosten sind die Umstände und die behördliche Entscheidung des Einzelfalls maßgeblich.
Brandenburg grenzt im Norden an Mecklenburg-Vorpommern, im Westen und Südwesten an Sachsen-Anhalt, im Süden an Sachsen und im Nordwesten an Niedersachsen (eine sehr kurze Grenze an der Elbe). Das Land Berlin liegt vollständig innerhalb von Brandenburg und im Osten grenzt Brandenburg zudem an Polen.
Brandenburg und die Asiatische Hornisse im Überblick
Gewässer, Täler und mögliche Ausbreitungsräume
Elbe, Oder, Havel, Spree, Neiße und Schwarze Elster verbinden Siedlungen, Auen, Verkehrsachsen, Obstbaugebiete, Gärten und Waldränder. Das Berliner Umland und grenzüberschreitende Verkehrswege zu den Nachbarländern sind für die Früherkennung besonders relevante Beobachtungsräume. Aus landschaftlichen Merkmalen lässt sich jedoch kein konkretes Vorkommen ableiten; maßgeblich sind bestätigte Meldedaten.
Landwirtschaft, Obst- und Weinbau
Brandenburg ist durch großflächigen Ackerbau, Grünland, Gartenbau und regionale Obstanbaugebiete geprägt. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg weist für 2024 rund 5.160 Betriebe mit landwirtschaftlich genutzter Fläche und insgesamt etwa 1,292 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche aus. Reifes Obst, Nektarquellen und ein hohes Insektenangebot können Hornissen anziehen; daraus folgt noch kein wirtschaftlicher Schaden. Beobachtungen sollten dokumentiert und fachlich bewertet werden.
Imkerei und Bienenvölker
Das LfU und der Landesverband Brandenburgischer Imker arbeiten bei Meldung, Verifizierung und Monitoring zusammen. Im Spätsommer und Herbst können Honigbienen in der Nähe eines Nestes einen größeren Teil der Beute ausmachen und Bienenvölker belasten. Beobachtungen am Flugloch sollten mit Fotos, Uhrzeit und Standort dokumentiert werden. Für die Nestsuche sind wiederholte Sichtungen und klare Flugrichtungen hilfreicher als unspezifische Fallen.
Besondere Aufmerksamkeit bei Arbeiten im Freien
- Schuppen, Gartenhütten, Hecken, Baumkronen, Fassaden und Dachbereiche vor Pflege-, Bau- oder Wartungsarbeiten aufmerksam kontrollieren.
- Bei regelmäßigem Flugverkehr, Nestverdacht oder Abwehrverhalten Arbeit unterbrechen und Abstand halten.
- Fundort, Funddatum und Situation aus sicherer Entfernung fotografisch dokumentieren.
- Kinder, Unbeteiligte und Haustiere aus dem möglichen Gefahrenbereich fernhalten.
- Keine Einflugöffnungen verschließen und keine Sprays, Feuer, Wasser oder unspezifischen Fallen einsetzen.
Zuständige Stellen und fachliche Einrichtungen
| Akteur | Aufgabe / Hinweis für die Seite |
| Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz | Landespolitischer und rechtlicher Rahmen für Naturschutz, Landwirtschaft und invasive Arten. |
| LfU – Landesamt für Umwelt Brandenburg | Landesfachbehörde; Bewertung des Vorkommens, Koordination von Verifizierung, Nestsuche und Beseitigungsstrategie. |
| Landesverband Brandenburgischer Imker | Kooperationspartner für Sichtungsmeldungen und systematisches Monitoring; Rückmeldung zur Artbestimmung. |
| App „Meine Umwelt“ | Zusätzlicher digitaler Meldeweg für Beobachtungen mit Standortangaben und Bildbelegen. |
| Untere Naturschutzbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte | Örtliche naturschutzrechtliche Einordnung und Verwaltungszuständigkeiten je nach konkretem Fall. |
| Sachkundige Nestentfernende / Schädlingsbekämpfende | Maßnahmen nur nach bestätigter Artbestimmung und Koordination; Auftrag, Preis, Haftung und Zuständigkeit vorab klären. |
| Portal Vespa Velutina | Strukturierte Meldung, Dokumentation und Zuordnung zu geeigneten regionalen Netzwerkpartnern. |
Wie unterscheide ich die Asiatische von der Europäischen Hornisse?

Die Asiatische Hornisse ist vor allem an ihrem schwarzen Körper, der breiten orangefarbenen Hinterleibsbinde und den gelben Beinenden zu erkennen. Die Europäische Hornisse besitzt dagegen einen deutlich gelber gefärbten Hinterleib mit schwarzer Zeichnung.
Häufige Fragen zur Asiatischen Hornisse in Brandenburg
Wo melde ich eine Asiatische Hornisse in Brandenburg?
Nutzen Sie die zentrale Nestmeldung des Portals. Für die landesweite Verifizierung senden Sie Datum, Uhrzeit, genauen Fundort, Fotos und eine kurze Beschreibung außerdem an vvmeldung@imker-brandenburgs.de oder nutzen Sie die App „Meine Umwelt“.
Wer bearbeitet die Meldung?
Das Landesamt für Umwelt Brandenburg und der Landesverband Brandenburgischer Imker arbeiten bei Monitoring, Prüfung und weiterer Koordination zusammen.
Ist die Art in Brandenburg bereits nachgewiesen?
Das LfU führt die Asiatische Hornisse aktuell noch als Art ohne wild lebenden Nachweis in Brandenburg. Der Status muss vor Veröffentlichung und saisonal erneut geprüft werden.
Warum ist die Aufmerksamkeit trotzdem hoch?
Im Mai 2025 wurde bei Hitzacker in Niedersachsen nur etwa 15 Kilometer von der brandenburgischen Grenze entfernt ein Nest bestätigt; 2023 gab es zudem ein beseitigtes Vorkommen in Berlin.
Wird ein bestätigtes Nest beseitigt?
Das LfU kündigt an, entdeckte und bestätigte Nester beseitigen zu lassen, um eine Ansiedlung möglichst zu verhindern. Das konkrete Vorgehen wird nach Verifizierung behördlich koordiniert.
Wer trägt die Kosten einer Nestentfernung?
Aus der allgemeinen Landesinformation folgt keine pauschale Kostenzusage für jeden Fall. Auftrag, Zuständigkeit und Finanzierung müssen nach bestätigter Artbestimmung mit LfU und örtlich zuständigen Stellen geklärt werden.