Die aktuell veröffentlichten Informationen des Freistaates Sachsen rechnen mit einem erstmaligen Auftreten der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina); einen bestätigten Landesnachweis nennen sie noch nicht. Verdächtige Tiere oder Nester sollten über die sächsische Meldeseite mit Foto oder Video und möglichst genauem Fundort gemeldet werden. Von Nestern ist mindestens fünf Meter Abstand zu halten; eigenmächtige Eingriffe sind zu unterlassen. Dieses Portal unterstützt die strukturierte Erfassung und verweist auf regionale Netzwerkpartner. Die fachliche Prüfung und weitere Entscheidung liegen bei den zuständigen Stellen.
Der Freistaat grenzt an Brandenburg im Norden, Sachsen-Anhalt im Nordwesten, Thüringen im Westen und Bayern im Südwesten.
Ihr Ansprechpartner vor Ort
Philipp Schwertfeger
Imker · Wespen- und Hornissenberater · Fachkunde Asiatische Hornisse
Sachsen und die Asiatische Hornisse im Überblick
Gewässer, Täler und mögliche Ausbreitungsräume
Elbe, Mulde, Weiße Elster, Spree, Lausitzer Neiße und Schwarze Elster verbinden Städte, Auen, Gärten, Streuobstbestände, Teichlandschaften und Verkehrsachsen. Gerade strukturreiche Siedlungsränder, Flusstäler und überregionale Transportkorridore sind sinnvolle Räume für aufmerksame Früherkennung. Aus Landschaftsmerkmalen allein lässt sich jedoch kein Vorkommen ableiten; maßgeblich sind fachlich bestätigte Meldedaten.
Landwirtschaft, Obst- und Weinbau
Im Jahr 2023 bewirtschafteten in Sachsen rund 6.500 landwirtschaftliche Betriebe etwa 897.200 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche. Getreide und Ölfrüchte dominierten den Ackerbau. Zugleich besitzt Sachsen ein bedeutendes geschlossenes Obstanbaugebiet mit Apfel als Hauptkultur; Weinbau prägt Teile des Elbtals. Reifes Obst, Blütenangebote und ein hohes Insektenaufkommen können Hornissen anziehen, sind aber kein Nachweis für ein Nest.
Imkerei und Bienenvölker
Imkerinnen und Imker sind wichtige Partner der Früherkennung, weil jagende Tiere am Bienenstand wiederholt auffallen können. Beobachtungen sollten mit Fotos oder Video, Datum und genauer Ortsangabe dokumentiert werden. Flugrichtung und wiederkehrende Sichtungen können später bei einer fachlich koordinierten Nestsuche helfen. Unspezifische Fallen sind ungeeignet, weil sie zahlreiche heimische Insekten schädigen können.
Besondere Aufmerksamkeit bei Arbeiten im Freien
- Schuppen, Gartenhütten, Hecken, Baumkronen, Fassaden und Dachbereiche vor Pflege-, Bau- oder Wartungsarbeiten aufmerksam kontrollieren.
- Bei regelmäßigem Flugverkehr, Nestverdacht oder Abwehrverhalten Arbeit unterbrechen und Abstand halten.
- Fundort, Funddatum und Situation aus sicherer Entfernung fotografisch dokumentieren.
- Kinder, Unbeteiligte und Haustiere aus dem möglichen Gefahrenbereich fernhalten.
- Keine Einflugöffnungen verschließen und keine Sprays, Feuer, Wasser oder unspezifischen Fallen einsetzen.
Zuständige Stellen und fachliches Netzwerk
| Akteur | Aufgabe / Hinweis für die Seite |
| Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft | Landespolitischer und rechtlicher Rahmen für Naturschutz, Landwirtschaft und invasive Arten. |
| LfULG – Referat 62 Artenschutz, Auen und Moore | Landesfachbehörde; Artinformation, fachliche Prüfung, Dokumentation und Nutzung der Meldedaten. |
| Sächsische Meldeseite / Zentrale Artdatenbank Sachsen | Digitaler Meldeweg mit Bildbeleg und Fundort; Übernahme fachlich geeigneter Datensätze in ZenA. |
| Untere Naturschutzbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte | Örtliche naturschutzrechtliche Einordnung und Verwaltungszuständigkeiten im konkreten Fall. |
| Imkerverbände, Vereine und Fachberatung | Sensibilisierung der Imkerschaft, Beobachtung an Bienenständen und regionale Vernetzung. |
| Sachkundige Nestentfernende / Schädlingsbekämpfende | Maßnahmen nur nach bestätigter Artbestimmung und geklärtem Auftrag; Preis, Haftung und Zuständigkeit vorab abstimmen. |
| Portal Vespa Velutina | Strukturierte Meldung, Dokumentation und Zuordnung zu geeigneten regionalen Netzwerkpartnern. |
Wie unterscheide ich die Asiatische von der Europäischen Hornisse?

Die Asiatische Hornisse ist vor allem an ihrem schwarzen Körper, der breiten orangefarbenen Hinterleibsbinde und den gelben Beinenden zu erkennen. Die Europäische Hornisse besitzt dagegen einen deutlich gelber gefärbten Hinterleib mit schwarzer Zeichnung.
Häufige Fragen zur Asiatischen Hornisse in Sachsen
Wo melde ich eine Asiatische Hornisse in Sachsen?
Nutzen Sie die zentrale Nestmeldung des Portals und übermitteln Sie den Fund zusätzlich über sachsen.meldeportal.cloud. Benötigt werden mindestens ein Foto oder Video und eine möglichst genaue Ortsangabe.
Wer bearbeitet die Landesmeldung?
Die Meldeseite führt eine formale und fachliche Vorprüfung durch. Geeignete Datensätze werden in die Zentrale Artdatenbank Sachsen übernommen und vom LfULG dokumentiert und genutzt.
Ist die Art in Sachsen bereits nachgewiesen?
Die aktuell veröffentlichten Landesinformationen rechnen mit einem erstmaligen Auftreten, nennen aber keinen bestätigten sächsischen Nachweis. Der Status muss vor Veröffentlichung und saisonal erneut geprüft werden.
Welche Angaben werden benötigt?
Wichtig sind Foto oder Video, genauer Fundort und Funddatum. Die Meldeseite fragt außerdem Anzahl beziehungsweise Einheit sowie Kontaktangaben ab.
Wie verhalte ich mich an einem möglichen Nest?
Halten Sie mindestens fünf Meter Abstand, vermeiden Sie Erschütterungen und führen Sie keine eigenmächtigen Eingriffe durch. Dokumentieren Sie die Situation nur aus sicherer Entfernung.
Wird jedes bestätigte Nest entfernt?
Nein, eine automatische Zusage lässt sich aus den Landesinformationen nicht ableiten. Nach der Artbestimmung werden Situation, Zuständigkeit und geeignete Managementmaßnahme im Einzelfall bewertet.
Wer trägt die Kosten einer Nestentfernung?
Eine pauschale Kostenregel wird in der allgemeinen Landesinformation nicht genannt. Auftrag, Zuständigkeit und Finanzierung müssen vor einer Maßnahme mit den beteiligten Stellen geklärt werden.