Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) wurde 2019 erstmals in Hamburg nachgewiesen. Seither wurden wiederholt Einzeltiere und Nester aus verschiedenen Stadtteilen gemeldet. Beobachtungen sollten mit Foto oder Video, Funddatum und genauem Fundort über AHlert-Nord beziehungsweise Neobiota-Nord gemeldet werden. Dieses Portal unterstützt die strukturierte Erfassung und verweist auf regionale Netzwerkpartner. Nester der Asiatischen Hornisse dürfen nicht eigenständig behandelt oder entfernt werden.
Die Freie und Hansestadt Hamburg grenzt an Schleswig-Holstein und Niedersachsen.
Die Hansestadt Hamburg und die Asiatische Hornisse im Überblick
Gewässer und Grünzüge in Hamburg
Elbe, Alster, Bille, Kanäle und tidebeeinflusste Nebengewässer prägen zusammen mit Auen, Ufergehölzen, Gräben und Grünzügen die Landschaft in Hamburg. Solche linearen Strukturen verbinden zahlreiche Insektenlebensräume, dürfen ohne belastbare Nachweise aber nicht pauschal als Ausbreitungswege der Asiatischen Hornisse bezeichnet werden.
Bei Gewässerunterhaltung, Deich-, Ufer- und Böschungspflege sowie Arbeiten an Brücken und Gehölzen sollte auf konzentrierten Flugverkehr und papierartige Neststrukturen geachtet werden. Verdächtige Bereiche nicht erschüttern oder eigenständig behandeln.
Landwirtschaft und Kulturlandschaft in Hamburg
Obstbau, Gemüsebau, Gartenbau, Grünland und Kleingärten gehören zu den prägenden Nutzungen in Hamburg. Blühende Kulturen, Obstbestände, Säume, Hecken und Hofstellen bieten vielen Insekten Nahrung und können zugleich Orte sein, an denen Hornissen bei der Jagd beobachtet werden.
Bei Ernte, Obstbaumpflege, Mahd, Hecken- und Gehölzschnitt sowie Arbeiten an Schuppen oder Wirtschaftsgebäuden sollte auf wiederholten Flugverkehr geachtet werden. Lokale Schäden dürfen nur genannt werden, wenn sie belastbar dokumentiert sind.
Imkerei und Bienenvölker in Hamburg
Imkerinnen und Imker in Hamburg können auffällige Flugbewegungen und Jagdverhalten an Bienenständen früh wahrnehmen. Wiederkehrende Tiere vor Fluglöchern sind ein Beobachtungshinweis, ersetzen aber weder eine sichere Artbestimmung noch die fachkundige Lokalisierung eines Nestes.
Imkervereine und erfahrene Fachleute können Meldungen einordnen und zur Vernetzung beitragen. Nestentfernung oder Bekämpfung gehören ausschließlich in qualifizierte Hände. Meldungen sollten zentral über das bundesweite Portal Vespa velutina eingehen.
Aufmerksamkeit bei Arbeiten im Freien in Hamburg
Garten- und Landschaftsbau, Bauhöfe, Forstwirtschaft, Straßenunterhaltung, Gebäudemanagement sowie private Garten- und Baumpflege können unbeabsichtigt in die Nähe eines Nestes führen. Vor Heckenschnitt, Baumfällung, Kronenpflege, Mäh- oder Fassadenarbeiten empfiehlt sich eine Sichtkontrolle aus sicherer Entfernung.
Warnzeichen sind konzentrierter Flugverkehr und wiederholtes Ein- und Ausfliegen an derselben Stelle. Dann Arbeiten stoppen, Abstand vergrößern, Menschen und Tiere fernhalten und die Situation dokumentieren. Einflugöffnungen nicht verschließen und keine Eigenbehandlung vornehmen.
Zuständige Stellen und fachliche Einrichtungen in Hamburg
Die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Hamburg vollzieht Naturschutz- und Artenschutzrecht und ist fachliche Stelle bei Fragen zu besonders geschützten Arten. Sie ist nicht automatisch für jede Nestentfernung zuständig und übernimmt nicht ohne Weiteres Kosten oder praktische Maßnahmen.
Regionale Imkerorganisationen, Naturschutzverbände, fachkundige Wespen- und Hornissenberater sowie qualifizierte Schädlingsbekämpfer ergänzen die Fachstruktur. Nestsichtungen sollen über das bundesweite Meldeportal Vespa velutina an die regional geeigneten Stellen weitergeleitet werden.
Wie unterscheide ich die Asiatische von der Europäischen Hornisse?

Die Asiatische Hornisse ist vor allem an ihrem schwarzen Körper, der breiten orangefarbenen Hinterleibsbinde und den gelben Beinenden zu erkennen. Die Europäische Hornisse besitzt dagegen einen deutlich gelber gefärbten Hinterleib mit schwarzer Zeichnung.
Häufige Fragen zur Asiatischen Hornisse in Hamburg
Wann wurde die Art erstmals in Hamburg nachgewiesen?
Das erste bekannte Hamburger Nest wurde im September 2019 in Hamburg-Horn entdeckt.
Gab es weitere Nester?
Ja. Die Umweltbehörde nennt einzelne Nestfunde von 2021 bis 2023 und zwei im Jahr 2024 entfernte Nester in Blankenese und Planten un Blomen.
Wie werden Nester gesucht?
In Hamburg wurden Hornissen unter anderem mit Kleinstsendern markiert und per Radiotelemetrie bis zum Nest verfolgt.
Müssen alle Nester entfernt werden?
Seit 2025 gilt bundesweit ein Managementansatz. Maßnahmen werden fachlich priorisiert und im Einzelfall bewertet.
Darf ich Fallen aufstellen oder ein Nest selbst entfernen?
Nein. Nichtselektive Fallen gefährden heimische Arten; Nester dürfen nur von entsprechend ausgerüsteten Fachleuten behandelt werden.
Warum ist die Verwechslungsgefahr wichtig?
Europäische Hornisse und andere heimische Arten werden häufig verwechselt. Eine falsche Tötung kann geschützte Arten betreffen.
Wer trägt die Kosten einer Entfernung?
Auftrag, Zuständigkeit und Kosten hängen vom Einzelfall ab und müssen vor einer Maßnahme mit den zuständigen Stellen beziehungsweise Fachleuten geklärt werden.
Sind die sieben Bezirke eigene Kreisregionen?
Nein. Altona, Bergedorf, Eimsbüttel, Hamburg-Mitte, Hamburg-Nord, Harburg und Wandsbek sind Verwaltungsbezirke der Einheitsgemeinde Hamburg.